gospel.ch - News

15 Jahre Gospelchor SPIRIT OF HOPE Nussbaumen im Aargau

"TONIC SPIRIT" - TONIC STRINGS und SPIRIT OF HOPE in einem gemeinsamen Projekt!!! Mehr...


Go Spell Gospel number two: Die Doppel-CD kann nun in unserem Shop bezogen werden! Yeah Gospel is Life!!!  Mehr...



Wir (Vocal Ensemble Credo und Kulturamt der Stadt Bottrop) laden Sie mit Ihrem Chor ein, unsere 9. Bottroper Gospelnacht in Bottrop am 15.05.10 mitzugestalten! Mehr...


 
   
  • Startseite
  • Shop
    • CD's
    • More
    • Warenkorb
  • Gospelszene
    • Workshops
      • SINGING GOSPEL 2010 in Zürich
      • 14. Gospelworkshop Lenk vom 18. bis 23. Juli 2010
    • Events
      • Konzertnews
      • 15 Jahre Gospelchor SPIRIT OF HOPE Nussbaumen im Aargau
      • 4. Gospel Festival Zürich-Albisrieden
      • Bottroper Gospelnacht 2010
      • Niko Schlecker - Reasons, CD
    • Geschichte des Gospels
      • Geschichte und Entwicklung
      • Heutige Situation
      • Stil
    • Weiterbildungen / Workshops
    • Berühmtheiten
      • Edwin Hawkins
      • Fanny Crosby
      • Golden Gate Quartet
      • Harriet Tubman
        • Underground Railroad
      • Ira David Sankey
      • Mahalia Jackson
      • Malcolm X
      • Martin Luther King, Jr.
        • Leben
        • Attentat
        • Nachleben
        • I have a dream
      • Philip Paul Bliss
      • Robert Lowry
      • Thomas A. Dorsey
      • Tore W. Aas
      • William Howard Doane
    • Musikstile
      • African Gospel
      • Black Gospel
      • Christliche Popmusik
      • Negro Spiritual
      • White Gospel
    • Swiss Gospel Contest
    • CDs and More
      • Best of Swiss Gospel Contest 2008
      • Best of Swiss Gospel Contest 2007
      • Gospel News
      • Gospel Singers Rümlang
      • gospelchor zug
      • Spirit of Hope
      • Tabasso
      • The Jackson Singers
  • Tipps & Tricks
    • Einführung
    • Technik
    • Recht
  • Veranstaltungen
    • Veranstaltungskalender
    • Formular
  • Adressen
    • Adressdatenbank
    • Formular
  • Impressum
  • Kontakt
 
 
  • Workshops
  • Events
  • Geschichte des Gospels
  • Weiterbildungen / Workshops
  • Berühmtheiten
  • Edwin Hawkins
  • Fanny Crosby
  • Golden Gate Quartet
  • Harriet Tubman
  • Ira David Sankey
  • Mahalia Jackson
  • Malcolm X
  • Martin Luther King, Jr.
  • Philip Paul Bliss
  • Robert Lowry
  • Thomas A. Dorsey
  • Tore W. Aas
  • William Howard Doane
  • Musikstile
  • Swiss Gospel Contest
  • CDs and More
 
   
 
 

Gospel aus dem hohen Norden

Der Oslo Gospel Choir aus Norwegen, eine der führenden Gospelformationen Europas, gibt regelmässig Gastspiele in der Schweiz. Wir trafen Dirigent und Komponist Tore W. Aas beim Abmischen der neuen Live-DVD im Studio.

Das Interview

Tore W. Aas, Sie haben den Oslo Gospel Choir 1988 gegründet. Wie sind Sie zur Gospelmusik gekommen?

Ich habe am Konservatorium in Oslo als klassischer Trompeter angefangen. Nach sechs Jahren Studium habe ich dann vermehrt als Komponist und Produzent zu arbeiten begonnen. Anfang der achtziger Jahre fragte mich meine Kirche an, ob ich den Kirchenchor leiten möchte, und meine Frau fragte mich, wieso ich nicht gleich einen Gospelchor gründe. Und so habe ich das gemacht. Es war anfangs mehr als Workshop gedacht für Menschen aus den verschiedenen Kongregationen in Oslo, denn in Norwegen ist Gospel sehr beliebt. In meinem Kirchenchor hörten alle Gospelmusik, konnten sie aber nicht singen. Und so haben wir eigentlich den ersten richtigen Gospelchor Norwegens auf die Beine gestellt.

Und auch einen sehr erfolgreichen. Fast zwanzig Jahre später ist der Oslo Gospel Choir eine der führenden Formationen in Europa. Hätten Sie das für möglich gehalten?
Wenn mir 1988 jemand gesagt hätte, dass wir regelmässig auf Tournee in Europa gehen würden, hätte ich ihn ausgelacht. Die Idee war ja gar nicht, an Konzerten aufzutreten.

Mittlerweile ist Ihr Chor aber mit Opernstar Placido Domingo auf der Bühne gestanden und hat 1994 den Olympiasong in Lillehammer gesungen. Ihre Alben haben sich weltweit über eine Million Mal verkauft. Wie erklären Sie sich diesen Erfolg und diese Faszination am Gospel?
Wir machen nicht Musik, um den Zuhörern zu zeigen, wie gut wir sind, sondern wir wollen mit ihnen etwas gemeinsam erleben. Jede Kunstform versucht doch, eine Geschichte zu erzählen. Und wenn man ein bestimmtes Niveau erreicht hat, sind es nicht mehr die Musiker oder die Sänger, die zu den Menschen sprechen, sondern die Musik selbst. Musik, besonders christliche Musik, ist ja keine Einwegkommunikation: Sie geht von mir zu Ihnen und von mir zu Gott und von Gott zu Ihnen und wieder zurück zu mir. So ergibt sich ein Kreis, ein Gefühl der Zusammengehörigkeit zwischen den Auftretenden und dem Publikum – und das ist das Einzigartige an Gospelmusik; es ist kein Auftritt, sondern etwas, das wir zusammen machen, um Gott zu preisen.

Die Mitglieder Ihres Chors sind keine Profis. Dennoch braucht es wohl eine gewisse Qualität, um als Sänger in den Oslo Gospel Choir aufgenommen zu werden, oder?
Ich glaube nicht, dass man einen Menschen und besonders einen Sänger nach seinen einzelnen Qualitäten beurteilen sollte. Denn was heisst gut? Wenn ich die Sänger auswähle, dann wähle ich Menschen, die eine Geschichte erzählen können. Vielleicht kann jemand die Tonleitern sehr schnell singen oder hat eine wunderschöne Stimme, aber das heisst noch lange nicht, dass er auch eine Geschichte erzählen kann. Aber genau darum geht es: Wenn ich einer Sängerin zuhöre, dann möchte ich ihr abnehmen, was sie singt, egal ob sie die Töne immer genau trifft. Bob Dylan hat ja auch keine sehr gute Stimme, aber er ist ein begnadeter Erzähler, und das ist die Hauptsache.

In der Gospelmusik kommen auch sogenannte Worship-Elemente vor. Worum handelt es sich da?
Worship ist für mich, wenn man nicht über Jesus oder Gott singt, sondern direkt zu ihm. Viele Gospelsongs haben Texte, in denen über Gott gesungen wird. Wenn man aber direkt zu Gott singt, wird aus einem christlichen Song ein Worship-Song, wird daraus etwas zwischen dir und Gott. Und das Publikum kann dabei auch aktiv mitmachen.

Sie sind ja sowohl Dirigent als auch Komponist der meisten Songs Ihres Chors. Gibt es musikalische Unterschiede zwischen Ihren Eigenkompositionen und den traditionellen Gospelsongs?
Tja, ich bin weiss, und die meisten traditionellen Gospelkomponisten waren Schwarze – das ist vermutlich der grösste Unterschied. Ich bin Europäer, meine musikalischen Einflüsse sind europäisch, und das hört man halt. Auch schwarze Musiker singen meine Songs, aber sie geben dem Ganzen eine ganz andere Note. Gospelkönig Andraé Crouch aus den USA sagt, er würde gern solche Songs komponieren wie ich. Und ich sage genau das Umgekehrte. Aber ich glaube, man muss einfach ehrlich zu sich selbst sein und nicht anders zu klingen versuchen, als man ist. Denn wenn man sich verstellt, merken die Leute das sofort. Und ich will so natürlich wie möglich klingen.

Sie vergleichen Gospelmusik gerne mit klassischer Musik, weil beide zeitlos seien. Finden Sie nicht, dass Gospel mit seinen Pop- und Blueselementen mitreissender, aber vielleicht auch vergänglicher ist?
Da bin ich mir nicht so sicher. Zur Zeit der grossen klassischen Komponisten war das Publikum wahnsinnig enthusiastisch – das war damals Popmusik. Wieso sollten wir also nicht auch in der Kirche eine Stimmung haben können wie etwa an einem Fussballmatch? In den USA ist das schon lange so, in Europa sind wir da vielleicht ein bisschen reservierter, aber wir sind auch auf dem rechten Weg. Viele Gospelsongs sind ja bereits übersetzt und in den jeweiligen Landessprachen in die Kirchengesangbücher aufgenommen worden, und ich glaube, in hundert Jahren finden wir noch viel mehr davon. Ich war sehr stolz, als in Norwegen ein Song von mir im neuen Kirchengesangbuch abgedruckt wurde. Das geschieht ja nicht oft, dass ein lebender Komponist da Eingang findet.

2008 feiert der Oslo Gospel Choir sein zwanzigjähriges Bestehen. Wie sieht die Zukunft aus?
Zum Jubiläum 2008 werden wir ein spezielles Album mit vielen Gastmusikern herausgeben, mit denen wir in den letzten zwanzig Jahren gearbeitet haben. Mit diesem Album werden wir in den USA auf Tournee gehen und auch in Korea und anderen Ländern ausserhalb Europas auftreten. Aber wir kommen auch immer wieder gern nach Europa und vor allem in die Schweiz zurück.

Zurück


Interview & Foto: Marc Rychener / aus "Sonntag" und "Leben & Glauben" Heft 43/06 - www.catmedien.ch